Ich weiß, nicht gerade der klassische Einstieg für einen gemütlichen Gedanken am Abend.
Aber rein biologisch betrachtet ist das die ehrlichste Überschrift, die man über unser Leben schreiben kann.
Jeder weiß es.
Kaum jemand denkt wirklich darüber nach.
Manchmal habe ich das Gefühl, unsere ganze Gesellschaft ist ziemlich gut darin geworden, uns genau davon abzulenken.
Scrollen.
Kaufen.
Optimieren.
Aufregen.
Der nächste Trend.
Der nächste Vergleich.
Der nächste künstliche Aufreger.
Hauptsache beschäftigt.
Denn wenn man wirklich verinnerlicht, dass die eigene Zeit begrenzt ist, würden plötzlich viele Dinge ihre Dringlichkeit verlieren.
Ein Großteil von dem, was uns täglich als wichtig verkauft wird, wirkt dann ziemlich schnell wie Hintergrundrauschen.
Vielleicht verdrängen wir den Tod genau deshalb so konsequent.
Früher war er Teil des Alltags.
Heute wird er ausgelagert.
Krankenhäuser.
Pflegeheime.
Hospize.
Orte, die die meisten Menschen möglichst selten betreten.
Dabei frage ich mich manchmal, ob genau dort eine der ehrlichsten Lektionen über das Leben liegt.
Eine vielleicht etwas radikale Idee.
Stell dir vor, jeder müsste mit 18 ein Jahr in einem Hospiz mitarbeiten.
Nicht als Strafe.
Eher als Realitätsschulung.
Zeit mit Menschen verbringen, die genau wissen, dass ihre Lebenszeit begrenzt ist.
Ich habe den Verdacht, dass sich danach die Prioritäten vieler Menschen ziemlich schnell verschieben würden.
Plötzlich wird klar, wie kostbar Zeit eigentlich ist.
Und erstaunlich viele Dinge, über die wir uns täglich aufregen, wirken auf einmal ziemlich klein.
Vielleicht produziert unsere Gesellschaft auch deshalb so viel Lärm.
Lärm hält uns beschäftigt.
Beschäftigung verhindert Nachdenken.
Und Nachdenken könnte dazu führen, dass man sich irgendwann fragt, womit man seine begrenzte Lebenszeit eigentlich verbringen möchte.
Am Ende ist das nur ein Gedanke, der mir heute durch den Kopf gegangen ist.
Ich mache mir einfach gern meine eigenen Gedanken über Dinge.
Über das Leben, über unsere Gesellschaft, über das, was wir für selbstverständlich halten.
Mehr ist es gar nicht.
Auch das hier ist am Ende nur meine Sicht der Dinge.
Aber immerhin eine, über die ich selbst nachgedacht habe.




















