„Peinlich“ ist wirklich ein faszinierendes Konzept.

Irgendwann in deinem Leben passiert nämlich etwas Seltsames.

Du hörst auf, Dinge zu tun, die dir Spaß machen…
weil irgendein Fremder sie „cringe“ finden könnte.

Lass dir das kurz auf der Zunge zergehen.

Du lebst dein Leben.
Und irgendwo sitzt jemand im Internet, der mit Jogginghose, Chipskrümeln auf der Tastatur und 14 offenen Tabs voller Katzenvideos entscheidet, was für dich „peinlich“ ist.

Ein echtes Qualitätsgremium.

Und dann kommen sie.

Diese wunderbaren Kommentare:

„Fremdscham!“
„Wie peinlich!“
„Cringe!“

Als wäre das eine Art gesellschaftliche Dienstleistung.

Dabei ist das eigentlich nur die moderne Version von:

„Ich traue mich selbst nichts, also kommentiere ich lieber die, die es tun.“

Die Ironie daran ist herrlich.

Die lautesten „Cringe“-Rufer sind fast immer die Menschen, deren eigenes Leben so aufregend ist wie eine Bedienungsanleitung für eine Mikrowelle.

Aber sie haben Meinungen.
Oh ja.

Ganz viele.

Während du wenigstens etwas machst.

Also ganz ehrlich?

Wenn du etwas machst und jemand ruft „peinlich“…

Dann bist du wahrscheinlich auf dem richtigen Weg.

Denn „peinlich“ existiert fast ausschließlich für Menschen, die ihr Leben vom Zuschauerplatz aus führen.

Alle anderen sind zu beschäftigt damit, tatsächlich zu leben.

Also:
Mach dein Ding.
Sei weird.
Sei laut.
Sei der Mensch, bei dem andere kurz zusammenzucken und denken:

„Das würde ich mich nie trauen.“

Genau da beginnt nämlich meistens das echte Leben.

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