Weißt du, warum Fremde dich oft mehr unterstützen als Menschen, die dich kennen?

Früher hat mich das wirklich beschäftigt.
Warum gerade Menschen, die mir nahe stehen, meine Schritte nicht unterstützen. Familie, alte Freunde, Leute, die mich eigentlich kennen sollten. Ich habe mir lange den Kopf darüber zerbrochen, was ich falsch mache, was ich besser erklären müsste, warum da so wenig Rückhalt kommt.

Und dann bin ich über einen Satz gestolpert, der bei mir ziemlich gesessen ist.

„Weißt du, warum Fremde dich oft mehr unterstützen als Menschen, die dich kennen? Weil Menschen, die dich kennen, schwer damit klarkommen, dass ihr vom selben Ausgangspunkt gekommen seid, sie aber immer noch am selben Ort stehen.“

Das hat plötzlich vieles erklärt.

Fremde haben kein Bild davon, wer du zu sein hast. Sie haben keine gemeinsame Vergangenheit, an der sie festhalten müssen. Sie sehen nur, was du jetzt machst. Und wenn sie sich darin wiederfinden oder Mut daraus ziehen, unterstützen sie dich. Punkt.

Menschen aus deinem alten Umfeld dagegen tragen eine Geschichte mit dir herum. Eine gemeinsame Herkunft. Ein stilles „So sind wir eben“. Wenn du dich bewegst, stellst du diese Geschichte infrage. Nicht mit Worten, sondern allein durch dein Tun. Und das kann unangenehm sein.

Denn wenn du gehst, während andere bleiben, entsteht eine Lücke. Nicht zwischen euch, sondern in ihrem Selbstbild. Deine Veränderung zwingt niemanden aktiv, etwas zu tun. Aber sie erinnert daran, dass man es könnte. Und genau das ist schwer auszuhalten.

Deshalb fühlt sich fehlende Unterstützung oft persönlich an, ist es aber selten. Es geht nicht darum, dass man dir nichts gönnt. Es geht darum, dass dein Weg etwas spiegelt, das man bei sich selbst lieber nicht anschauen will.

Irgendwann habe ich aufgehört, das zu erklären. Und auch aufgehört, es zu erwarten. Nicht aus Bitterkeit, sondern aus Klarheit. Jeder geht in seinem Tempo. Und nicht jeder will sehen, was möglich wäre, wenn man sich bewegt.

Heute nehme ich Unterstützung dort an, wo sie ehrlich kommt. Manchmal von Menschen, die ich nie zuvor getroffen habe. Und ich habe gelernt, dass Nähe nichts mit Herkunft zu tun hat, sondern mit Haltung.

Nicht jeder, der dich kennt, wird dich verstehen.
Und nicht jeder, der dich versteht, muss dich schon lange kennen.

Seitdem ist es ruhiger geworden.

Wolfgang +43 676 900 1845

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